Telematikinfrastruktur (TI)

Was ist die Telematikinfrastruktur?

Als Telematikinfrastruktur, abgekürzt TI, wird die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure im deutschen Gesundheitswesen bezeichnet. Die TI bildet also die technische Grundlage, um Gesundheitsdaten schneller austauschen zu können. Als wichtigste Anwendung gilt die elektronische Patientenakte (ePA).

Über die TI werden Apotheken, Arztpraxen, Krankenhäuser, Zahnarztpraxen sowie Psychotherapeutinnen und -Therapeuten miteinander vernetzt. So können sie alle relevanten Daten miteinander austauschen. Der Anschluss der Pflege an die TI ist Stand heute (Februar 2021) auf freiwilliger Basis möglich.

Offizielle Betreiberin der TI im gesetzlichen Auftrag ist die gematik GmbH. Die Möglichkeiten der TI werden laufend von ihr aktualisiert und erweitert. Die Anwendungen in der TI selbst sind über das sogenannte Marktmodell geregelt. Das heißt, Nutzerinnen und Nutzer können selbst zwischen den Angeboten verschiedener privatwirtschaftlicher (und von der gematik geprüften) Anbieter wählen.

Angestrebte Vorteile der TI

Die Telematikinfrastruktur bietet als sicheres und geschlossenes digitales Netzwerk das lang angestrebte zentrale Kommunikationssystem für alle Akteurinnen und Akteure des Gesundheitswesens. Mittelfristig werden über die TI alle Leistungserbringer des Gesundheitssystems auf Augenhöhe miteinander kommunizieren, vorausgesetzt die Patientinnen oder Patienten, um deren Daten es geht, gestatten es. So können Informationen über eine Patientin oder einen Patienten ohne Zeitverlust und Medienbruch an alle relevanten Akteurinnen oder Akteure verteilt werden. Langwierige und komplizierte Abstimmungswege mit Papierverordnungen, Rezepten und Nachfragen zu Details gehören dann der Vergangenheit an….

Mehrwert durch:

  • E-Patientenakte
  • E-Rezept
  • KIM
  • E-Medikationsplan
  • Notfalldaten

Weitere Elemente der TI – Glossar

//Hier dann Schlagworte//

Zeitstrahl der TI

Welche Akteurinnen und Akteure des Gesundheitswesens sind bereits angebunden und welche werden wann folgen?

(Grafik voraussichtlich gematik GmbH)

Rechtsgrundlage TI

  • GKV Modernisierungsgesetz
  • E-Health-Gesetz
  • Pflegepersonal-Stärkungsgesetz
  • Terminservice- und Versorgungsgesetz
  • Digitale-Versorgung-Gesetz
  • Patientendaten-Schutz-Gesetz
  • (Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege)

TI im Alltag

Persona 1: Hans Schmidt/ pflegebedürftiger Berliner

Hans ist 83 Jahre alt und lebt allein in seinem Bungalow in Berlin – Karow. Seit vielen Jahren leidet Hans an Morbus Parkinson und hat sich nun dazu entschlossen, dass er einen ambulanten Pflegedienst zur Unterstützung im Alltag hinzuzieht. Er fühlt sich sicherer, da er nun weiß, dass jemand regelmäßig nach ihm schaut und sein vernetztes Hausnotruf dieses Sicherheitsgefühl noch verstärkt. Bei seinem Pflegestützpunkt im Quartier hat er sich zur neuen elektronischen Gesundheitsakte beraten lassen und sich diese schließlich eingerichtet.

Heute ist Hans froh, dass er sich dazu entschieden hat, denn kurz darauf ist er tatsächlich zu Hause gestützt und über den Hausnotruf wurde der Rettungsdienst verständigt. Durch den zur Verfügung stehenden Notfalldatensatz auf seiner elektronischen Gesundheitskarte konnte der Rettungsdienst schon vor Ort sehen, dass Hans Medikamente zur Blutverdünnung einnimmt. Diese Informationen helfen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten im Krankenhaus Untersuchungen, Behandlung und Medikation optimal abzustimmen.

Hans hatte Glück, er konnte zeitnah aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die behandelnde Ärztin übersendete via KIM den Abschlussbericht an den niedergelassenen Hausarzt inkl. eines aktuellen elektronischen Medikationsplans….

Persona 2: Renate

Renate hat ihren Pflegedienst freiwillig an die Telematikinfrastruktur angeschlossen und hierfür erhebliche finanzielle und zeitliche Aufwände betrieben. Ihre Patientendatenbank ist mithilfe eines Konnektors, der Institutionskarte und eines Kartenterminals an die Telematikinfrastruktur angebunden. Alle Kolleginnen und Kollegen im Pflegeteam verfügen über ein Dienst-Tablet, mobile Konnektoren (Frage: Wann werden diese Realität?) sowie über einen elektronischen Heilberufsausweis.

Damit ist es ihnen möglich von unterwegs auf aktuelle Patientendaten zuzugreifen sowie ihre Leistungen und Neuigkeiten bzgl. ihrer Patienten und Patientinnen direkt in der Patientenakte und damit auch im Abrechnungssystem zu hinterlegen. Auf Ihrem Tablet finden sie neben ihrer Tourenplanung auch einen Zugang zu KIM. Damit wird es ihnen möglich, im Falle eines Falles geschützt mit den Ärzten und Ärztinnen und anderen Heilberuflern, die ihre Patientinnen und Patienten betreuen, direkt in Kontakt zu treten. Notwendige Anpassungen an die zu erbringenden Pflegeleistungen oder anderweitige Rezepte können damit ohne langes Telefonieren direkt eingeholt werden. Mit dieser Infrastruktur ist im Grunde gewährleistet, dass alle erbrachten Leistungen direkt erfasst und automatisch abgerechnet werden können.

Heute ist für Renate der große Tag. Die Anbindung an die TI wird erstmals im Realbetrieb auf die Probe gestellt…